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Wissen

Pflanzenlexikon.

Begriffe rund um Pflanzenpflege, Botanik und Bestimmung auf der Website und in der App von Pocket Botanist. Zusammengestellt aus botanischen Standardwerken.

Calciumoxalat
Eine kristalline Verbindung, die in vielen beliebten Zimmerpflanzen vorkommt (Monstera deliciosa, Efeutute, Philodendren, Einblatt, Dieffenbachien). Die nadelförmigen Kristalle reizen die Mundschleimhaut und führen zu starkem Speicheln und Erbrechen, wenn Haustiere oder Kinder daran kauen. Von der ASPCA als Hauptgiftstoff dieser Pflanzen gelistet. Monstera-Pflegeanleitung.
Kultivar
Eine durch Züchtung oder Auslese entstandene Pflanzensorte mit besonderen Merkmalen wie Blattmuster, Blütenfarbe oder Blattform. Der Name steht in einfachen Anführungszeichen hinter der Art, zum Beispiel Monstera deliciosa ‘Albo Variegata’. Kultivare werden meist vegetativ über Stecklinge oder Teilung vermehrt, da sie über Samen ihre Eigenschaften oft verlieren.
Ruhephase
Eine Phase mit verlangsamtem oder pausiertem Wachstum, meist ausgelöst durch kürzere Tage, kühlere Temperaturen oder Trockenheit. Viele tropische Zimmerpflanzen legen im Winter eine Teilruhe ein. Sie brauchen dann weniger Wasser und keinen Dünger, bis der Neuaustrieb im Frühjahr beginnt.
Familie (botanisch)
Eine Rangstufe in der botanischen Systematik über der Gattung. Familiennamen enden auf -aceae (Araceae, Asteraceae, Solanaceae). Pflanzen derselben Familie haben gemeinsame evolutionäre Wurzeln und oft ähnliche Pflegeansprüche. Monstera, Efeutute, Philodendron, Einblatt und Glücksfeder gehören alle zu den Aronstabgewächsen (Araceae) und werden ganz ähnlich gepflegt.
Fenestration
Die Schlitze und Löcher, die sich in den Blättern bestimmter Pflanzen bilden, allen voran bei Monstera deliciosa. Diese Blattschlitze entstehen, wenn die Pflanze älter wird und genug Licht bekommt. In der Biologie geht man davon aus, dass sie mehr Licht an untere Blätter lassen, Windangriffsfläche verringern und starkem Regen weniger Widerstand bieten. Blattschlitze bei Monstera.
GBIF (Global Biodiversity Information Facility)
Ein internationales Forschungsnetzwerk, das Biodiversitätsdaten aus Hunderten von Instituten bündelt. Die zugrundeliegende Taxonomie gilt als Standardreferenz für botanische Artnamen. Pocket Botanist nutzt GBIF als ergänzende Referenztaxonomie.
Gattung
Eine Rangstufe in der botanischen Systematik über der Art. Der erste Teil eines wissenschaftlichen Namens ist die großgeschriebene Gattung, etwa Monstera bei Monstera deliciosa. Pflanzen derselben Gattung sind eng miteinander verwandt und kreuzen sich häufig.
Winterhärtezone
Eine nummerierte geografische Einteilung, die angibt, wie kalt die Winter im Durchschnitt werden. Die USDA-Winterhärtezonen reichen von 1 bis 13 und basieren auf den durchschnittlichen Tiefsttemperaturen im Jahr. Damit lässt sich einschätzen, ob eine Pflanze draußen den Winter übersteht. Erklärung zu USDA-Winterhärtezonen.
Interkostale Chlorose
Das Vergilben des Blattgewebes zwischen den Blattadern, während die Adern selbst grün bleiben. Die Ursache ist meist ein Mangel an Eisen, Mangan oder Magnesium, seltener ein Wurzelschaden. Ein guter Anhaltspunkt: Werden ganze Blätter gelb, liegt es meist an zu viel Wasser; bleibt das Blattmuster mit grünen Adern erkennbar, fehlt meist ein Nährstoff. Gelbe Blätter bei der Efeutute.
Nodie
Die Stelle am Stängel, an der ein Blatt, ein Seitentrieb oder eine Luftwurzel wächst. Aus Nodien bilden sich neue Wurzeln. Deshalb braucht ein Steckling zum Vermehren mindestens eine Nodie, um Wurzeln zu schlagen. Pflanzen richtig vermehren.
Photoperiode
Die tägliche Dauer des Lichteinfalls, die bei vielen Pflanzen die Blüte, die Ruhephase oder andere saisonale Reaktionen auslöst. Wegen der Photoperiode blühen Kurztagspflanzen (wie Weihnachtssterne oder Chrysanthemen) im Herbst, während Langtagspflanzen (wie Salat oder Spinat) im Hochsommer schossen.
Vermehrung
Das Heranziehen neuer Pflanzen aus bestehenden Pflanzen. Zu den Methoden gehören Kopfstecklinge, Blattstecklinge, Teilen, Absenker und Samen. Die meisten beliebten Zimmerpflanzen vermehrt man über Stecklinge oder Teilung, da so die Sorteneigenschaften erhalten bleiben. Vermehrungsmethoden im Überblick.
Wurzelfäule
Ein Zustand, bei dem Pflanzenwurzeln durch Pilze absterben, fast immer ausgelöst durch Staunässe. Typische Anzeichen sind gelbe untere Blätter, weiche Stängelansätze und ein modriger Geruch aus dem Topf. Zur Rettung schneidet man die faulen Wurzeln ab und pflanzt in frische, trockene Erde um.
Wissenschaftlicher Name
Ein zweiteiliger lateinischer Name nach dem Muster Gattung Art, auch Binomen genannt. Im Druck kursiv gesetzt. Das System wurde im 18. Jahrhundert von Carl von Linné eingeführt und ist der weltweite Standard zur eindeutigen Benennung einer Pflanze. Trivialnamen unterscheiden sich je nach Region, wissenschaftliche Namen nicht.
Art
Die Grundeinheit der biologischen Einteilung. Individuen derselben Art teilen den Großteil ihres Erbguts und können miteinander fruchtbare Nachkommen zeugen. Der zweite Teil des wissenschaftlichen Namens (kleingeschrieben und kursiv) nennt die Art, wie etwa deliciosa bei Monstera deliciosa.
USDA (United States Department of Agriculture)
Die US-Bundesbehörde, die die Plant Hardiness Zone Map herausgibt. Sie ist die Standardreferenz für Winterhärtezonen bei Gärtnern in den USA und weltweit. Die aktuelle Karte ist die Fassung von 2023. Erklärung zu USDA-Winterhärtezonen.
Panaschierung
Weiße, cremefarbene, gelbe, rosa oder rote Muster auf Blättern, an denen Chlorophyll fehlt oder durch andere Farbstoffe ersetzt ist. Panaschierte Sorten brauchen mehr helles, indirektes Licht als rein grüne Pflanzen, weil ihnen Blattgrün für die Photosynthese fehlt. Sie werden fast immer vegetativ vermehrt, da Sämlinge meist wieder vergrünen.
WCVP (World Checklist of Vascular Plants)
Das maßgebliche weltweite Verzeichnis anerkannter Pflanzennamen, geführt von den Royal Botanic Gardens, Kew. Es umfasst derzeit etwa 350.000 anerkannte Arten. Pocket Botanist nutzt die WCVP als wichtigste Referenz für Artnamen.