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Pflanzenpflege

So pflegst du eine Monstera deliciosa.

Licht, Wasser, Luftfeuchtigkeit und der Trick für die typischen geschlitzten Blätter. Ein praktischer Ratgeber mit fundierten Pflegetipps und Lösungen für häufige Probleme.

Von der Pocket Botanist Redaktion ···7 Min. Lesezeit

Die Monstera deliciosa, oft einfach Fensterblatt genannt, ist eine der pflegeleichtesten tropischen Zimmerpflanzen, wenn es ums reine Überleben geht, aber gar nicht so leicht in Bestform zu halten. Laut der Datenbank Kew Plants of the World Online stammt sie aus den Regenwäldern Südmexikos und Panamas. In ihrer Heimat wird sie als Nutzpflanze wegen ihrer Früchte angebaut, fast überall sonst als Zimmerpflanze. Die Grundlagen verzeihen viel. Erst die Feinheiten bringen die typischen geschlitzten Blätter hervor.

Wissenswertes über die Pflanze

Die Monstera deliciosa gehört zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae). In freier Natur klettert sie mit Luftwurzeln an Bäumen empor und kann 20 Meter oder höher werden. In der Wohnung erreicht sie mit einer Kletterhilfe meist 2 bis 3 Meter. Laut der Royal Horticultural Society können ältere Pflanzen draußen im frostfreien Klima blühen und Früchte tragen. Der Artname „deliciosa“ bezieht sich auf die reif essbaren Früchte, die nach einer Mischung aus Ananas und Banane schmecken.

Licht

Helles, indirektes Licht ist ideal. Ein Platz etwas abseits eines Süd- oder Westfensters hinter einem leichten Vorhang passt in den meisten Wohnungen perfekt. Direkte Nachmittagssonne verbrennt die Blätter. Das erkennst du an blassen, papierartigen Flecken an den hellsten Stellen. Zu viel Schatten bremst das Wachstum und führt zu kleineren Blättern ohne Schlitze.

Wenn sich deine Monstera zum Fenster neigt, drehe den Topf alle zwei Wochen um eine Vierteldrehung, damit sie gleichmäßig wächst. In dunklen Räumen hilft eine einfache Vollspektrum-Pflanzenlampe mit Zeitschaltuhr für sechs bis acht Stunden am Tag, damit sie auch im Winter weiterwächst.

Gießen

Gieße erst, wenn sich die oberen zwei bis drei Zentimeter Erde trocken anfühlen. An einem warmen, hellen Standort ist das meist alle 7 bis 10 Tage der Fall. Im Winter oder bei weniger Licht reicht es alle 10 bis 14 Tage. Leere nach dem Gießen immer den Untersetzer aus. Staunässe lässt Wurzeln schneller faulen als jeder andere Pflegefehler.

Gelbe untere Blätter bedeuten meist zu viel Wasser, nicht zu wenig. Braune, trockene Blattränder liegen fast immer an zu geringer Luftfeuchtigkeit oder unregelmäßigem Gießen. Wenn du unsicher bist, stecke einen Finger ein paar Zentimeter tief in die Erde: Fühlt sie sich feucht an, warte noch; ist sie trocken, kannst du gießen.

Luftfeuchtigkeit

Monsteras mögen eine relative Luftfeuchtigkeit von 50 bis 60 Prozent. In vielen Wohnungen liegt sie eher bei 30 bis 40 Prozent, besonders bei Heizungsluft im Winter. Ein kleiner Luftbefeuchter in Pflanzennähe oder eine Pflanzengruppe auf einer Schale mit feuchtem Blähton macht schon nach wenigen Wochen einen sichtbaren Unterschied. Nur mit Wasser besprühen bringt wenig, weil der Effekt nach wenigen Minuten verfliegt.

So entstehen die Blattschlitze (Fenestration)

Junge Monsteras bilden in den ersten ein bis zwei Jahren oft durchgehende, herzförmige Blätter. Die typischen Schlitze und Löcher, botanisch Fenestration genannt, zeigen sich erst, wenn die Pflanze alt genug ist und ausreichend Licht bekommt. Die Botanik kennt mehrere Erklärungen für diese Entwicklung: mehr Licht für untere Blätter, weniger Angriffsfläche für Wind oder Schutz vor schwerem Regen im Tropenwald. Sicher ist vor allem: Ausschlaggebend sind Alter und Licht, nicht Dünger.

Drei Dinge helfen dabei:

  • Mehr Licht (weiterhin indirekt)
  • Ein Moosstab oder eine Rankhilfe, an der sich die Luftwurzeln festhalten können
  • Geduld: Geschlossene Blätter sind bei jungen Pflanzen ganz normal

Ein ungeschlitztes Blatt abzuschneiden sorgt nicht dafür, dass das nächste Schlitze hat. Wenn ein neuer Trieb plötzlich geschlitzt nachwächst, ist das das beste Zeichen dafür, dass sich deine Pflanze wohlfühlt.

Erde und Umtopfen

Ideal ist ein grobes, lockeres und gut durchlässiges Substrat. Eine normale Zimmerpflanzenerde, gemischt mit einer guten Handvoll Pinienrinde für Orchideen und einer Handvoll Perlit, funktioniert hervorragend. Viele mischen auch etwas Kokosfaser unter, um Feuchtigkeit gleichmäßig zu halten. Wichtig ist, dass überschüssiges Wasser in Sekundenschnelle abfließt und die Erde feucht, aber nie nass bleibt.

Topfe deine Monstera alle 18 bis 24 Monate in einen etwas größeren Topf um, oder sobald die Wurzeln am Topfboden im Kreis wachsen. Das Frühjahr ist dafür der beste Zeitpunkt. Wenn du den Topf jedes Mal vergrößerst, wird die Pflanze irgendwann zu groß fürs Zimmer. Bei älteren Pflanzen kannst du stattdessen die Wurzeln vorsichtig zurückschneiden.

Vermehrung

Monstera deliciosa lässt sich ganz einfach über Kopf- oder Stammstecklinge vermehren. Schneide dafür unterhalb eines Blattknotens (der Verdickung am Stängel) ab, sodass mindestens ein Knoten und eine Luftwurzel am Steckling sind. Stelle ihn an einen hellen Ort ohne direkte Sonne ins Wasser, wechsle das Wasser wöchentlich und pflanze ihn ein, sobald die Wurzeln 5 bis 8 cm lang sind. Du kannst den Steckling auch direkt in feuchte Erde setzen. Halte dabei die Luftfeuchtigkeit hoch, bis sich Wurzeln gebildet haben.

Mehr zu Stecklingen, Absenkern und Teilen bei gängigen Zimmerpflanzen findest du in unserer Übersicht dazu, wie Pflanzenvermehrung funktioniert.

Giftig für Haustiere und Kinder?

Nein. Die American Society for the Prevention of Cruelty to Animals (ASPCA) stuft das Fensterblatt als giftig für Katzen, Hunde und Pferde ein. Der Grund sind unlösliche Calciumoxalatkristalle, die beim Kauen auf Blättern zu Reizungen im Maul, Speichelfluss, Erbrechen und Schluckbeschwerden führen. Dieselbe Substanz reizt auch die menschliche Haut und Schleimhäute.

Halte die Pflanze außer Reichweite von Haustieren und kleinen Kindern. Wenn du vermutest, dass ein Tier daran geknabbert hat, wende dich an eine Tierarztpraxis oder das ASPCA Animal Poison Control Center unter (888) 426-4435. Pocket Botanist zeigt bei jedem Bestimmungsergebnis einen Giftigkeitshinweis an, wenn die Art als schädlich bekannt ist. In unseren FAQ erfährst du mehr dazu.

Ähnliche Arten und Varietäten

  • Monstera deliciosa: die klassische Art mit großen, herzförmigen Blättern, die mit der Zeit Schlitze und Löcher bekommen.
  • Monstera deliciosa 'Albo Variegata': die begehrte panaschierte Form mit weißen Blattanteilen. Die Pflege ist gleich, panaschierte Blätter brauchen wegen des fehlenden Chlorophylls jedoch mehr Licht und verbrennen leichter.
  • Monstera adansonii: eine eigene Art, die oft fälschlicherweise als „Baby-Monstera-deliciosa“ verkauft wird. Kleinere Blätter, ausgeprägte Löcher und rankender Wuchs. Die Pflege ist im Wesentlichen dieselbe.
  • Rhaphidophora tetrasperma: überhaupt keine Monstera. Wächst kleiner, deutlich schneller und ist im Handel häufig falsch beschriftet.

Wenn etwas nicht stimmt

Öffne Pocket Botanist, tippe auf die Kamera und nutze die Diagnosefunktion. Sie erkennt sichtbare Symptome (gelbe Blätter, Flecken, Welke, Vergeilung oder Schädlinge) und schlägt dir zuerst die einfachste Lösung vor, bevor du zu drastischen Mitteln greifst. Die App ist komplett kostenlos für iPhone und Android und du brauchst kein Konto, um loszulegen.

Quellen

  1. ASPCA, "Toxic and Non-Toxic Plants: Swiss Cheese Plant." aspca.org
  2. Royal Horticultural Society, "Monstera deliciosa plant profile." rhs.org.uk
  3. Royal Botanic Gardens, Kew, "Plants of the World Online: Monstera deliciosa Liebm." powo.science.kew.org

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