Die Efeutute (Epipremnum aureum) ist nicht ohne Grund eine der beliebtesten Zimmerpflanzen: Sie wächst fast überall und verzeiht viel. Wenn sie gelbe Blätter bekommt, stimmt meist nur eine Kleinigkeit bei der Pflege nicht. Die gute Nachricht: Die Liste möglicher Ursachen ist überschaubar.
1. Zu viel Wasser (der häufigste Grund)
In etwa zwei Dritteln aller Fälle ist zu häufiges Gießen das Problem. Das typische Bild: Zuerst werden die unteren Blätter gelb, oft komplett statt nur an den Spitzen. Die Erde fühlt sich auch Tage nach dem Gießen noch nass an, und die Pflanze wirkt schlaff, obwohl sie feucht steht.
Das kannst du tun: Erst einmal nicht mehr gießen. Lass die Erde fast vollständig abtrocknen (die oberen 5 bis 7 cm sollten trocken sein). Wenn sich die Pflanze nach ein bis zwei Wochen nicht erholt, nimm sie vorsichtig aus dem Topf und schau dir die Wurzeln an. Gesunde Wurzeln sind weiß bis hellbraun und fest. Matschige, dunkelbraune oder faulig riechende Wurzeln faulen. Schneide betroffene Stellen mit einer sauberen Schere ab, bestäube die Schnittflächen mit etwas Zimt oder Bewurzelungspulver und pflanze sie in frische Erde um.
2. Zu wenig Wasser
Das genaue Gegenteil: Die Blätter werden zuerst schlaff und verfärben sich dann blassgelb mit trockenen, braunen Spitzen. Die Erde zieht sich vom Topfrand zurück und die gesamte Pflanze hängt durch.
Das kannst du tun: Gründlich gießen, bis Wasser aus den Abzugslöchern läuft. Wenn die Erde stark geschrumpft ist, gieße schrittweise nach, damit sie das Wasser überhaupt aufnehmen kann, sonst läuft es einfach durch. Die meisten Pflanzen erholen sich innerhalb von 24 Stunden.
3. Zu viel direkte Sonne
Die Efeutute stammt aus dem tropischen Unterholz, wo sie im lichten Schatten an Bäumen emporklettert. Direkte Sonne, besonders im Sommer an einem Südfenster, bleicht die Blätter gelblich-grün aus und kann braune Sonnenbrandschäden verursachen.
Das kannst du tun: Stell die Pflanze etwas weiter vom Fenster weg oder schütze sie mit einem dünnen Vorhang. Neue Blätter sollten nach wenigen Wochen wieder in kräftigem Grün nachwachsen.
4. Zu wenig Licht
Die Efeutute kommt auch mit wenig Licht zurecht, verliert dann aber ihre Blattmusterung und wächst deutlich langsamer. Bei starkem Lichtmangel vergilben die unteren Blätter und fallen ab, weil die Pflanze ihre Energie in die Triebspitzen steckt. Panaschierte Sorten wie Marble Queen, Manjula oder Snow Queen brauchen mehr Licht als rein grüne Sorten, damit ihre weiße Musterung erhalten bleibt.
Das kannst du tun: Stell die Pflanze näher ans Fenster oder nutze eine kleine Pflanzenlampe mit Zeitschaltuhr. Schon ein paar Stunden helles, indirektes Licht am Tag reichen den meisten Efeututen völlig aus.
5. Nährstoffmangel
Efeututen, die seit mehreren Jahren im selben Topf stehen, leiden oft unter Stickstoff- oder Eisenmangel. Das Bild ist typisch: Die Bereiche zwischen den Blattadern vergilben, während die Adern selbst grün bleiben. Man nennt das Interkostalchlorose.
Das kannst du tun: Düng die Pflanze im Frühling und Sommer alle 4 bis 6 Wochen mit einem ausgewogenen Flüssigdünger in halber Dosierung. Wenn sie seit mehr als zwei Jahren im selben Topf steht, topf sie in frische Erde und einen etwas größeren Topf um.
6. Kalte Luft oder plötzlicher Stress
Die Efeutute mag keine Temperaturen unter etwa 12 °C. Zugluft durch ein offenes Fenster im Winter oder ein schneller Umzug vom warmen Zimmer auf eine kalte Veranda können innerhalb weniger Tage zu vielen gelben Blättern führen. Das Gleiche gilt für plötzliche Wechsel von dunklen an sehr helle Plätze (oder umgekehrt).
Das kannst du tun: Stell die Pflanze an einen gleichmäßig warmen Ort ohne Zugluft. Betroffene Blätter erholen sich meist nicht mehr, aber neue Blätter wachsen normal nach, sobald sich die Pflanze eingewöhnt hat.
Wann gelbe Blätter normal sind
Efeututen werfen beim Wachsen immer mal wieder die ältesten Blätter ab. Ein oder zwei gelbe Blätter unten an der Pflanze alle paar Monate sind kein Problem, solange an den Triebspitzen gesunde neue Blätter nachwachsen. Die Pflanze trennt sich einfach von Blättern, die sie nicht mehr braucht.
Ein Hinweis zur Sicherheit
Die Efeutute ist laut der ASPCA für Katzen, Hunde und Menschen giftig, wenn daran gekaut wird. Der giftige Stoff ist das gleiche Calciumoxalat, das auch in Monstera deliciosa vorkommt: Es reizt das Maul, führt zu vermehrtem Speichelfluss und Schluckbeschwerden. Häng die Efeutute am besten auf oder stell sie außer Reichweite von Haustieren.
Die Diagnosefunktion nutzen
Wenn du dir unsicher bist, woran es liegt, öffne Pocket Botanist und nutze die Diagnosefunktion. Mach ein Foto der betroffenen Blätter und die App zeigt dir die wahrscheinlichste Ursache und den einfachsten ersten Schritt. Die App ist auf dem iPhone und unter Android kostenlos, und du brauchst kein Konto, um loszulegen.
Quellen
- ASPCA, "Toxic and Non-Toxic Plants: Devil's Ivy." aspca.org
- Royal Botanic Gardens, Kew, "Plants of the World Online: Epipremnum aureum (Linden & André) G.S.Bunting." powo.science.kew.org