Dahlien stammen aus den Bergen Mexikos und kommen mit Frost überhaupt nicht zurecht. Schon die erste kalte Nacht lässt die Blätter schwarz werden, und es sieht aus, als wäre alles vorbei. Das stimmt aber nicht: Die Pflanze lebt in ihren Knollen weiter. Sie liegen geschützt unter der Erde, wo leichter Frost sie nicht erreicht. Mit einer Stunde Arbeit bringst du sie gut durch den Winter. Du musst nur entscheiden, ob du sie abdeckst, ausgräbst oder im Boden lässt. Das hängt ganz von deinem Klima und deinem Boden ab.
Leichter Frost: abdecken und weiterblühen lassen
Die ersten Fröste im Herbst sind meist leicht, nur ein oder zwei Grad unter null in den frühen Morgenstunden, und oft dauert es Wochen bis zum nächsten. Wer Dahlien in diesen Nächten abdeckt, kann sich in milden Jahren bis in den November über Blüten freuen. Lege am späten Nachmittag, bevor es abkühlt, Gartenvlies, ein altes Bettlaken oder einen großen Karton über jede Pflanze und nimm die Abdeckung am Morgen wieder ab. Verwende keine Plastikfolie direkt auf den Blättern, da sie die Kälte ungefiltert weiterleitet. An einer Südwand oder im geschützten Stadtgarten überstehen Pflanzen den ersten Frost oft ganz ohne Schutz.
Der richtige Zeitpunkt zum Ausgraben
Warte, bis der Frost das Laub geschwärzt hat. Das ist das Signal für die Pflanze, ihre restliche Energie in die Knollen zu leiten. Gräbst du sie vorher aus, bleiben die Knollen kleiner, weicher und lassen sich schlechter lagern. Mach dich danach innerhalb etwa einer Woche an die Arbeit, bevor starker Bodenfrost einsetzt. Wenn der Herbst frostfrei bleibt, gräbst du sie im November aus, sobald die Blätter gelb werden. In kalter, nasser Erde beginnen die Knollen sonst zu faulen.
So gräbst du Dahlien aus und lagerst sie
Schneide die Stängel auf etwa 15 cm zurück. Lockere den Boden mit einer Grabegabel in weitem Abstand um die Pflanze herum und hebe den ganzen Wurzelstock vorsichtig an. Die Knollen breiten sich weiter aus als gedacht, und Einstiche mit der Gabel sind die häufigste Beschädigung. Schüttle lose Erde ab, spüle dicken Lehmboden kurz ab und lege die Knollen einige Tage kopfüber an einen luftigen, frostfreien Ort. So läuft Wasser aus den hohlen Stängeln ab und die Schale trocknet an. Beschrifte die Knollen gleich jetzt, solange du die Sorten noch auseinanderhalten kannst.
Lagere sie in einer flachen Kiste oder Steige in leicht feuchtem Kompost, Vermiculit oder Hobelspänen, sodass die Ansätze gerade noch herausschauen. Der Ort sollte dunkel, trocken, kühl, aber absolut frostfrei sein. Eine Garage, ein Schuppen oder ein Keller bei 4 bis 10 °C ist ideal. Kontrolliere die Knollen den Winter über einmal im Monat. Weiche oder schimmelige Stellen schneidest du sofort weg oder entsorgst die ganze Knolle, bevor der Schimmel übergreift. Knollen, die stark einschrumpfen, besprühst du leicht mit Wasser.
Wann Dahlien im Boden bleiben können
In Regionen mit sehr milden Wintern (ab Winterhärtezone 8) und auf leichtem, gut durchlässigem Boden können Dahlien direkt im Beet überwintern. Das Problem ist meist nicht die Kälte allein, sondern Kälte in Kombination mit Nässe: In nassem Lehmboden verfaulen die Knollen bei jeder Temperatur. Schneide die Stängel nach dem ersten Frost zurück, decke den Wurzelbereich mindestens 15 cm hoch mit Kompost, Rindenmulch oder Stroh ab und sichere die Schicht mit einem Topf oder einem Brett gegen Regen. Nimm den Mulch im April wieder weg. Rechne in feuchten Wintern mit einzelnen Verlusten und nimm Stecklinge oder grabe deine Lieblingssorten zur Sicherheit doch aus.
Im Frühjahr neu starten
Pflanze die Knollen im März oder April in Töpfe mit Erde und stelle sie an einen hellen, frostfreien Ort. Direkt ins Freiland kommen sie erst nach den Eisheiligen im Mai, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Vorgetriebene Knollen blühen etwa einen Monat früher. Aus den ersten Trieben kannst du Stecklinge schneiden und so aus einer Knolle gleich mehrere Pflanzen ziehen.
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Quellen
- Royal Horticultural Society, "Dahlias: growing guide." rhs.org.uk
- Royal Horticultural Society, "Frost damage." rhs.org.uk