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Pflanzendiagnose

Braune Spitzen an der Grünlilie.

Braune, trockene Spitzen an einer Grünlilie liegen fast immer am Wasser: Fluorid und Salze aus der Leitung oder ein Wurzelballen, der zu trocken wird. Die wahrscheinlichsten Ursachen im Überblick und ob du die Spitzen abschneiden solltest.

Von der Pocket Botanist Redaktion ···4 Min. Lesezeit

Die Grünlilie (Chlorophytum comosum) gilt als nahezu unzerstörbar und ist fast genauso bekannt für ihre braunen Blattspitzen. Kaum eine Grünlilie in der Wohnung bleibt ganz ohne. Das ist kein Zeichen dafür, dass die Pflanze eingeht. Die Ursachen sind überschaubar und hängen meist damit zusammen, welches Wasser sie bekommt und wie oft.

1. Fluorid und Chlor im Leitungswasser

Grünlilien reagieren besonders empfindlich auf Fluorid. Es reichert sich in den Blattspitzen an, dem Endpunkt des Wassertransports. Das Schadbild: Die Spitzen verfärben sich gleichmäßig an der gesamten Pflanze braun, an alten wie an neuen Blättern, obwohl die Pflanze sonst gut gepflegt ist. Drachenbäume und Einblatt zeigen dasselbe Muster.

Was du tun kannst: Gieße mit Regenwasser, gefiltertem Wasser oder abgestandenem Leitungswasser (so verflüchtigt sich Chlor, Fluorid bleibt jedoch erhalten). Destilliertes Wasser funktioniert auch, enthält aber keine Mineralien, wechsle es daher mit Leitungswasser ab. Vorhandene braune Spitzen bleiben braun, neue Blätter wachsen gesund nach.

2. Düngersalze

Zu viel Dünger oder die schleichende Anreicherung durch jahrelanges Gießen mit Leitungswasser hinterlässt Salze im Substrat. Sie schädigen die Wurzeln, was sich zuerst an den Blattspitzen zeigt. Das Schadbild: braune Spitzen und eine weiße Kruste auf der Erde oder am Topfrand, oft bei regelmäßig gedüngten Pflanzen. Was du tun kannst: Spüle den Topf gründlich mit reichlich Wasser durch. Dünge danach im Sommer nur einmal im Monat in halber Dosierung und im Winter gar nicht. Grünlilien brauchen sehr wenig Dünger.

3. Zu langes Austrocknen

Die dicken, fleischigen Wurzeln speichern Wasser, weshalb die Pflanze Pflegefehler gut verzeiht. Steht die Erde jedoch eine Woche lang staubtrocken, vertrocknen die Blattspitzen zuverlässig. Das Schadbild: braune Spitzen nach dem Urlaub oder einer Hitzewelle, dazu blassere und leicht schlaffe Blätter. Was du tun kannst: Gieße, sobald die oberen 2 bis 3 cm der Erde trocken sind, nicht erst, wenn der gesamte Topf ausgetrocknet ist. Im Sommer kann das bei einem kleinen Topf zweimal pro Woche nötig sein. Ein stark durchwurzelter Topf trocknet besonders schnell aus. Wenn die Wurzeln die Pflanze schon nach oben schieben, topfe sie in ein etwas größeres Gefäß um.

4. Trockene Luft und direkte Sonne

Heizungsluft im Winter senkt die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen drastisch, und die Spitzen dünner Blätter trocknen zuerst aus. Eine Grünlilie in direkter Sommersonne hinter Glas bekommt neben braunen Spitzen auch verbrannte Flecken. Was du tun kannst: Stell sie weg von der Heizung und aus der prallen Sonne an einen hellen Platz mit indirektem Licht. Wenn du Pflanzen zusammenstellst oder einen Luftbefeuchter nutzt, steigt die Luftfeuchtigkeit um die Blätter. Besprühen bringt kaum etwas und lohnt den Aufwand nicht.

Braune Spitzen abschneiden

Braunes Gewebe erholt sich nicht mehr. Das Abschneiden ist also rein kosmetisch, aber völlig in Ordnung. Nimm eine saubere, scharfe Schere und schneide schräg entlang der natürlichen Blattform. Lass einen winzigen braunen Rand stehen, statt ins Grüne zu schneiden, sonst entsteht nur ein neuer brauner Rand. Wenn ein Blatt zu mehr als der Hälfte braun ist, schneide es ganz unten an der Basis ab. Die Pflanze bildet schnell neue Blätter nach.

Die Kindel verraten es

Eine Grünlilie, die an langen Trieben Ableger bildet, fühlt sich wohl, braune Spitzen hin oder her. Wenn sie damit aufhört oder schon die neuen Blätter mit braunen Spitzen nachwachsen, besteht das Problem weiterhin und du solltest zuerst das Wasser wechseln. Sobald die Kindel eigene kleine Wurzeln haben, kannst du sie als neue Pflanzen eintopfen. Genau darum geht es bei der Grünlilie ja eigentlich.

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Quellen

  1. ASPCA, "Toxic and Non-Toxic Plants: Spider Plant." aspca.org
  2. Royal Horticultural Society, "Houseplants: growing and care." rhs.org.uk

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